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Laborschüler*innen in Marokko 2017

Reisetagebuch

Dienstag, 26.9.2017    
Der erste Tag des Projekts war ein Reisetag, die Letten starteten um 4 Uhr morgens und wir nahmen den Flug um 8 Uhr.
Gegen 10 Uhr trafen wir uns am Frankfurter Flughafen.
Von dort flogen wir ca. 3 Stunden weiter nach Marrakesch, um dort Iris und Ibrahim zu treffen.
Nachdem wir unser Gepäck in Empfang genommen und Geld getauscht haben, suchte sich jeder deutsche Schüler einen lettischen Partner für die Busfahrt zu unserem Hostel.
Mit dem Bus kamen wir aber nicht ganz bis zum Hostel, weil die Gassen immer enger wurden. Und so begaben wir uns mit unserem Gepäck auf eine kleine Wanderung zu unserer Herberge. Dort angekommen teilten wir zuerst die Zimmer auf und trafen uns zu einer Vorstellungsrunde und einem kleinen Snack bestehend aus marokkanischem Brot, Oliven und Bananen am Pool.
Später besuchten wir den bekannten Markt Djemaa el-Fna, um dort etwas zu essen und uns umzuschauen. Es war sehr eindrucksvoll, die Händler und Künstler in der abendlichen Stimmung zu erleben.
Auf der Terrasse des Hostels ließen wir später noch den Abend ausklingen.
(Lena & Emil)

Mittwoch, 27.9.2017
Am zweiten Tag unserer Reise begannen wir den Tag mit einem leckeren Frühstück auf den Dächern Marrakeschs.
Danach liefen wir zurück zu den Bussen, mit denen wir weiter nach Agdz fuhren.
Unser Weg führte uns über den 2600 m hohen Pass „Tizi n´Tichka“ des Atlasgebirges.
Zwischendurch, nach ca. 3 Stunden,  machten wir eine Pause bei einem Laden, der verschiedene Produkte aus Arganöl anbot und wo uns auch gezeigt wurde, wie dieses kostbare Öl hergestellt wird.
Nach weiteren 2 Stunden Fahrt hielten wir in Ouarzazate, um eine kleine Mittagspause einzulegen und in einem Genossenschaftsladen die ersten Souvenirs zu erwerben oder uns angemessene Kleidung.
Während der Fahrt fing es an zu regnen. Dieser Regen war für diese Gegend der erste seit über einem Jahr.
Nach mehr als 9 Stunden kamen wir in unserer Kasbah Caid Ali in Agdz an. 
Dort verteilten wir uns auf unsere Zimmer und aßen Abendbrot, welches aus Tajine mit Gemüse und Hühnchen bestand.
Nach diesem langen Tag fielen wir alle erschöpft in unsere Betten.
(Lena & Emil)

Donnerstag, 29.09.2017
Wir starteten den Tag um acht Uhr morgens mit einem gemeinsamen Frühstück.
Dann liefen wir zum Verein für Umwelt und Kultur von Agdz, wo wir zum ersten Mal auf die marokkanischen Teilnehmer des Austauschs trafen.
Wir wurden empfangen mit Datteln und Milch, Trommeln, Gesang, Tanz und einem frischen Tee.
Nach ein wenig gemeinsamer Zeit, gingen wir zusammen zur Schule, in welcher wir später die Gärten anlegen werden.
Dort erhielten wir eine kurze Führung durch die Unterrichtsräume und sprachen mit dem Direktor und einigen Lehrern. Später besuchten wir in kleinen gemischten Gruppen den „Souk“, einen Wochenmarkt, auf dem wir Souvenirs und frisches Obst, Gemüse und Gewürze kauften.
Nach ein paar Stunden liefen wir durch die belebte Stadt zurück zur Kasbah, wo wir erst zu Mittag aßen und dann noch „Kennlernspiele“ machten, um uns unsere Namen besser merken zu können. Außerdem wurden uns die verschiedenen Projektgruppen vorgestellt, für die wir uns nun jeden Tag einschreiben können.
Anschließend besuchten wir nochmals den Verein, wo uns traditionelle Kosmetik wie Henna und Make-Up sowie die CousCous Herstellung gezeigt und erklärt wurden.
Nach diesem Erlebnis war es dann schon sehr spät, als wir uns nach Hause begaben, wo uns süße Nudeln mit Hühnchen und einer Gurken-Zitronen-Suppe zum Abendbrot erwarteten.
Müde vom Tag gingen wir alle schlafen. Nicht einmal der Muezzin konnte uns wecken.
(Lena & Emil)

Freitag, 29.09.2017
Heute begannen wir den Tag etwas später, mit dem Frühstück um 8.30 Uhr. Wie schon an den Tagen davor gab es Baguette, Marmelade und Tee.
Nach dem Frühstück starteten wir unsere Arbeit in den einzelnen Gruppen:
Performance/ Tanzen, Kochen, Filmen, Urban Gardening, Keramik und Dokumentation.
Die „Gartengruppe“zum Beispiel, sie bereitete in der Schule mehrere Beete für die Bepflanzung vor. Sie trugen alten Schutt ab. In den nächsten Tagen werden die Beete mit Erde aufgefüllt und anschließend Citrusbäume und Kräuter gepflanzt.
Die Keramikgruppe hat Ton mit Wasser und Toilettenpapier gemischt, damit er für die Platten, die im Museum ausgestellt werden sollen, stabiler wird. Anschließend wurde die Masse mit den Füßen gestampft.
Die Filmgruppe machte sich nach einer kurzen Absprache auf den Weg, um an den verschiedenen Orten Aufnahmen zu machen.
In diesen Gruppen arbeiteten wir bis zum Mittagessen, dass die marokkanische Jugendlichen vorbereitet haben. Wir aßen selbstgemachte Tajine und vertieften uns danach weiter in unsere Arbeit.
Gegen 20.00 Uhr trafen wir uns wieder, um uns endlich in dem Pool der Kasbah zu erfrischen und gemeinsam leckeren Couscous zum Abendbrot zu essen.
Als Tagesabschluss tanzten wir zur Trommelmusik der Marokkaner, bis wir uns gegen 23 Uhr ins Bett begaben.
(Lena & Emil)

Samstag, 31.09.2017
Unser Tag fing heute um 7:30 Uhr an. Nach dem allgemeinen Frühstück mit süßem Tee, Marmeladen, Ei und Brot brachen die verschiedenen Arbeitsgruppen auf, um weiterzuarbeiten.
Aus Zeit- und Mobilitätsgründen wurde einzig die Filmgruppe auf den Nachmittag verlegt.
In der Urban Gardening Gruppe wurde heute mit kaputten Wasserleitungen, Unkraut und dem Umpflanzen von Bäumen bei hoher Temperatur, wenig Schatten und ohne Wind gekämpft.
Die Keramikgruppe hat aus dem selbst hergestellten Ton Platten geformt und diese mit marokkanischen Ornamenten und englischen Texten versehen.
Zur Mittagszeit wurden wir diesmal von den Letten bekocht, welche uns Pelēkie zirņi mit Huhn als Fleischvariante servierten sowie Bratapfel mit süßer Milch zum Nachtisch.
In der darauffolgenden Arbeitspause wurde noch viel an den Tischen geredet sowie Mittagsschlaf gehalten oder sich im Pool erfrischt, bevor sich anschließend alle in ihren alten oder neuen Gruppen zusammenfanden, um nochmals bis zum Abendbrot zu arbeiten.
Am Nachmittag holte die Gartengruppe mit Eseln Erde aus der Umgebung, um diese in die Beete zu füllen. Das war bei der Hitze eine sehr anstrengende Arbeit, zumal die Arbeitsgeräte recht alt und schlecht zu gebrauchen sind. Sie hoffen, dass sie morgen fertig werden, denn am Montag sollen die Beete bepflanzt werden.  Auch die Keramikgruppe ist losgezogen, um frischen Ton zu holen. Die Filmgruppe hat wieder alle Aktionen aufgezeichnet.
Vor dem Abendessen unternahmen wir eine kurze Wanderung durch den benachbarten Palmenhain zum gerade trockenen Flussbett des Dra und hatten so einen wunderbaren Blick auf den Kissan, den „Hausberg“ von Agdz, der im Abendlicht besonders beeindruckend aussah.
Zum Abendessen gab es eine Kürbissuppe und anschließend Tajine mit Zitronenhuhn.
(Sophie)

Sonntag, 02.10.2017
Mit dem Rufen des Muezzins und dem ersten Hahnenschrei schlichen sich deutsche und lettische Schüler aus ihren Zimmern und schauten von dem höchsten Punkt der Kasbah auf die ersten Sonnenstrahlen, die hinter dem Kissan hervorlugten und den Morgen ankündigten. Nach und nach wachten auch die restlichen Kurzzeitbewohner der Kasbah auf und der Tag begann…
Nachdem alle durch das Frühstück auch wirklich aufgewacht sind und gesättigt waren, wurde mit neuem Tatendrang und viel Kraft und Spaß an die Arbeit gegangen. Manche gingen wieder zum Meister des Tons, manche zur Schule um kreativ das grüne Gold der Wüste zu entlocken und andere blieben in der Kasbah zum Kochen oder Tanzen um ihren Geist zu befreien.
Wir probierten uns am Abenteuer des Tanzens aus und bereuten es nicht. Zuerst brachten wir jede Zelle unseres Körpers in Schwung und damit die Erde unter unseren Füßen zum Beben. Wir schlängelten unsere Köpfe wie Schlangen von rechts nach links und flogen wie ein Schwarm Tauben über das Meer. Indem wir dem Ersten von uns das Vertrauen unsere Bewegungen schenkten und eine Gemeinschaft bildeten.
Wir hoben einzelne in die Lüfte und ließen uns in Gedanken in die weiten Tiefen des Meeres fallen. Wir spannten jeden Muskel an und entspannten ihn wieder, sodass der Körper herunterfuhr und der Geist von manchen in das Land der Träume schwebte.
Im Schatten der Tänzer wurden fleißig die Charity-Sachen sortiert und mancherlei freute sich über die mit- gebrachten Geschenke. Auf der anderen Seite der Kasbah wurde zur gleichen Zeit in der Küche hart gearbeitet. Mit deutscher Pünktlichkeit wurde dann das erste Mal zur richtigen Zeit gegessen. An diesem Mittag reiste für eine kurze Zeit die deutsche Küche nach Marokko und beglückte uns mit einer Sächsischen Kartoffelsuppe. Eine süße Erinnerung an unsere Heimatstadt Dresden kam in Form von Russischbrot als Nachtisch zu uns und wurde begleitet von südländischen Früchten des marokkanischen Gartens.
Die hungrigen Krieger des Gartens, die den ganzen Vormittag mit Schläuchen bewaffnet, um das tägliche Wasser der Pflanzen kämpften, schafften es nach und nach das kühle Nass den Pflanzen zu geben und somit das Leben zu sichern. Dies kostete sie alle Kraft, doch mit den letzten Reserven schafften sie es noch durch die Wüste rechtzeitig zum Mittagsmahl.
Auch die Schüler des Töpfermeisters, die mit ganzer Körperkraft die Erde der Wüste zu Ton formten kamen nachdem sie die vorbereiteten Tonplatten gestaltet haben erschöpft aber glücklich zum Essen.
Nach dem alle gestärkt und erfrischt waren machten wir uns auf eine Reise durch die unendlichen Weiten und großen Abenteuer, quer durch die Zeit unserer kurzzeitigen Heimat und der dazugehörigen Kasbah. Wir hörten durch unseren marokkanischen Vertrauten die atemberaubenden Geschichten und sahen die verblichenen, aber trotzdem kraftstrotzenden und wunderschönen Farben der Vergangenheit.
Durch lange Gänge und hohe Treppen gelangten wir zur Spitze der Schönheit. Wir fühlten den Lehm unter unseren Füßen beben, den Wind durch die Haare wehen und die Sonne uns wärmen und erblickten die Weiten des Draatals und die wilde und verborgene Schönheit der Kultur vergangener Zeiten.
Eine weitere, doch etwas unscheinbare Gruppe kam nun in den Vordergrund, Künstler des Filmens und der Fotografie, die sich in allen Ecken herumtrieben und alles festhielten, was ihnen vor die Linse sprang.  Diese ließen zusammen ihrer Kreativität freien Lauf und verwebten die ersten Schnitte für unseren Film miteinander. Die Verbliebenen zogen nun mit neuer Kraft wieder an die Arbeit und machten neue Erfahrungen in anderen ihnen noch unbekannten Tätigkeiten.  
Am Abend, als die Sonne langsam hinter dem Atlasgebirge verschwand und umringt von neugierigen Blicken, zogen die Kasbahbewohner zu Speis und Trank aus und verbrachten die ersten Stunden der Nacht mit Tanzen, Singen, Klatschen und Lachen. Auch wurde unter dem Baldachin der Nacht die Tradition des Hennas unter den Teilnehmern verbreitet. Zur späten Stunde wurde es immer stiller, denn langsam fielen auch die letzten in ihre Betten.

Montag, 02.10.2017
Unser Tag startete mit dem üblichen marokkanischen Frühstück um 8:30 Uhr. Kurz danach, gegen 10:00 Uhr gingen alle Teilnehmer zum Garten der Schule. Dort wurden die Beete mit neuem Eselsmist belegt und umgegraben. Währenddessen blieb die Filmgruppe mit Janis in der Kasbah zurück und bereitete sich darauf vor, die Einpflanzung der neuen Kräuter, Pflanzen und Sträucher zu filmen. Gegen Mittag trafen sich alle im Garten und warteten, dass die Pflanzen, welche noch per Auto aus Ouarzazate unterwegs waren, eintrafen. Nachdem die Pflanzen da waren, starteten wir direkt mit dem Bepflanzen der Beete. Jeder bekam mehrere Pflanzen von Iris, die in die Beete eingepflanzt wurden. Darunter waren Rosmarin, Salbei, Lavendel, Geranium, Wein, Aloe Vera und ein Orangenbaum. Die Filmgruppe hielt alles mittels Videos und Fotos fest.
Nachdem alle Pflanzen in die Erde eingebettet waren, beeilten wir uns, zum Mittagessen in die Kasbah zu kommen. Die Marokkaner bekochten uns mit einem Linsengericht und Omelett, dazu gab es typischen marokkanischen Salat. Viele von uns kühlten sich ein letztes Mal im Pool ab, um dann ihre Sachen in die Koffer zu packen. Gegen 16:00 Uhr standen die Taxen bereit, die uns nach Timidarte brachten. Iris verhandelte noch tapfer mit den Marokkanern um den Preis, bevor auch das letzte Taxi starten konnte.
Angekommen in Timidarte überlegten wir, wie alle Teilnehmer möglichst komfortabel in der kleinen Kasbah untergebracht werden konnten. Nun ging es auf zur Association. Dort wurden wir freundlich von einigen Kindern willkommen geheißen. Sie sangen und wir unterstützten sie durch rhythmisches Klatschen. Drinnen gab es selbstgemachte Bilder und Häkeleien von den Kindern des Dorfes. Kurz zeigte man uns noch das Dorf, bevor die Willkommenstour von einer marokkanischen Trommeltruppe, ganz in Weiß, namens „Aiwad“ beendet wurde. Zum Abendessen gab es gedünstetes Gemüse und als Dessert Weintrauben. Nach dem Essen fielen alle Teilnehmer erschöpft in ihre Betten.
(Ida & Emily)

Dienstag, 03.10.2017
Nach dem Frühstück wie jeden Morgen und dem Morgenkreis teilten wir uns in die Arbeitsgruppen ein. Ein Teil ging in die Küche und half dort, das Mittagessen zu kochen, außerdem gab es eine Keramikgruppe, die wieder daran arbeitete, die Platten für das Museum zu beschriften und zu dekorieren. Der Rest teilte sich zu Performance ein. Wir liefen mit Ljeva als Leiterin zu einem Platz, dort entfernten wir als erstes den Müll und die spitzen Steine. Zu Beginn wärmten wir uns auf, streckten und reckten unseren Körper und so auch unsere Muskeln. Anschließend fingen wir an, unterschiedlich über den Platz zu laufen, gezielt, langsam… Später taten wir dies auch mit Partnern. Wir führten uns gegenseitig mit geschlossenen Augen herum. Wenn man Vertrauen zu seinem Partner aufgebaut hatte, konnte man auch schneller laufen und sich der Musik hingeben. Wir machten noch andere Aufgaben und Übungen. Am Schluss massierten wir uns noch gegenseitig.
Gegen 13.00 Uhr gab es Mittagessen, als Vorspeise gebratene Auberginen, Tomaten und anderes Gemüse. Als Hauptgang Couscous mit Luzerne und unterschiedlichen Gewürzen und als Dessert Weintrauben.
Nach einer längeren Mittagspause hielt Paul  einen Vortrag über Urban Gardening, dieser wurde durch kurze Filme unterstützt. Außerdem überlegten wir, wie man in Marokko Urban Gardening anwenden könnte.
Nach dieser Präsentation zeigten wir einen Film über die Laborschule und die Letten stellten uns ihre „Artschool“ in Cesis per Foto und Film vor. Ein bisschen später führte uns Ismael, der Leiter der marokkanischen Gruppe, durch den Teil von Timidarte, wo wir u.a. eine alte Schnitzerei besichtigten. Anschließend schlenderten wir bis zum Einbruch der Dunkelheit durch die Palmerie. Wir naschten frische Datteln von den Palmen und genossen die abendliche Kühle. Nach Sonnenuntergang besichtigten wir auf dem Rückweg eine traditionelle Grabstätte.
Wir aßen verspätet unser Abendessen, welches wieder wie am Vorabend gedünstetes Gemüse war. Nach dem Essen spielten noch einige ein paar Spiele oder unterhielten sich ein wenig, aber viele fielen einfach nur noch ins Bett und schliefen.

Mittwoch, 04.10.2017:
Neben den üblichen Arbeitsgruppen, die den Film erstellen, die Tonplatten gestalten und die Performance einstudieren, begann heute der Workshop „Urban Gardening“ in Timidarte. Dazu schauten wir uns nach dem Frühstück in einem Tutorial an, wie man einen keyhole-garden anlegt.
Als erstes mussten wir Steine jeglicher Größe für unser Beet aus der Wüste sammeln. Dazu fuhren wir mit einem großen Truck an den Rand des Dorfes und holten viele Steine.
Nun konnten wir mit dem Aufbau des Beetes in der Schule beginnen. Wir luden die Steine sorgfältig ab, was uns recht schnell gelang, da wir sie uns in einer Arbeitskette weitergaben. Dabei unterstützten uns sogar die Kinder der Grundschule.
Anhand des Filmes hatten wir uns Tricks für den Aufbau des Gartens abgeschaut und konnten so schnell den Grundriss des „keyhole-Beetes“ legen.
Für den Inhalt brauchten wir alte Plastikflaschen, organischen Abfall und Papier, weshalb wir uns in kleine Gruppen aufteilten, um das alles in den Straßen des Dorfes zu sammeln. Die Flaschen schnitten wir anschließend auf. Sie sollen im Untergrund des Beetes das Wasser auffangen. Den organischen Müll verwenden wir als Düngemittel.
Nach dem leckeren Mittagessen, was aus frittierten Kartoffeln und Oliven bestand, machte sich die Gruppe auf den Weg, um Erde zu besorgen. Dabei gerieten wir in einen für Marokko untypischen starken Gewittersturm, konnten aber den Truck mit Erde befüllen, bevor Regen und Hagel die Wege und uns durchweichten.
Nachdem sich alle getrocknet und erholt hatten, spielte eine marokkanische Band in der Kasbah für uns, Dabei wurde es sehr romantisch und gemütlich, da im Dorf der Strom ausfiel und wir überall Kerzen aufstellten.
Später am Abend aßen wir Reis mit einer leckeren Soße oder Zucker und Zimt und fielen dann völlig erschöpft von dem Tag in unsere Betten.
(Mira)

Donnerstag, 05.10.2017
Unser heutiger Tag begann wieder mit einem Frühstück, bestehend aus süßem Tee, Brot, frittierten Teigtaschen, Aprikosenmarmelade und Honig. Anders war, dass wir nach dem Morgenkreis nicht in die Arbeitsgruppen gingen, sondern zu einer Wanderung in die nähere Umgebung von Timidarte aufbrachen. Dazu teilten wir uns in zwei Gruppen. Die „langsame“ Gruppe ging durch die Palmerie zu einem sehr alten Turm auf einem nahegelegenen Berg. Von dort hatten wir eine wunderbare Sicht auf das Dratal und die umliegenden Dörfer. Wir machten Rast und genossen die Aussicht.
Auf dem Rückweg entdeckten wir Wasserschildkröten im Fluss und waren von diesen kleinen scheuen Tieren ganz fasziniert.
Die schnellere Gruppe ging eine längere Runde zu einer Felsenhöhle in den nahegelegenen Bergen. Wir liefen am Anfang durch die Palmenplantage, danach durch ein Dorf und an einer großen Straße entlang, bis wir an mehreren hohen Bergen ankamen. Eine Stunde erklommen wir den Berg, auf dem es keine Wege gab. Oben angekommen ruhten wir uns in einer kleinen Höhle aus und genossen den Ausblick. Danach begannen wir wieder den schwierigen und anstrengenden Abstieg, der ebenfalls eine Stunde dauerte.
Danach liefen wir noch weiter zu dem Turm, den auch die andere Gruppe besichtigt hatte und dann zurück zur Kasbah, wo wir 17:00 Uhr ankamen.
Danach haben wir uns erstmal ausgeruht und später gemeinsam zu Abend gegessen. Es gab Couscous mit Zucchini, Kürbis, Möhren und Huhn.
Danach fiel jeder geschafft von dem langen Tag ins Bett.
(Clara & Gesine)

Freitag, 06.10.2017
Als erstes haben wir gefrühstückt und uns danach im Morgenkreis getroffen, um den heutigen Tag und die jeweiligen Ziele der Arbeitsgruppen zu besprechen.
Beim Tanz haben wir eine Vogelschwarm - Performance geprobt und uns dabei zur Musik bewegt.
Die Keramikgruppe hat die arabischen Schriftzeichen auf die Tonplatten übertragen, was sich als schwieriger als erwartet herausgestellt hat.
Mit der Gartengruppe sind wir in die Schule gegangen, um das Gerüst des keyhole gardens mit kleinen Steinen zu verdichten und das Innere mit aufgeschnittenen Wasserflaschen, Palmblättern, Erde, Asche und Eselkot aufzufüllen. Anschließend wurden die innere und äußere Wand mit Lehmschlicker verputzt, was dann später in eine Schlammschlacht ausgeartet ist.
Gut gelaunt sind wir anschließend zum Mittagessen in die Kasbah zurückgekehrt und haben nach einem erfrischenden Gurkensalat Nudeln mit Tomatensoße gegessen, die von der deutsche Kochgruppe zubereitet worden waren. Besonders die deutschen Teilnehmer haben dieses vertraute Essen sehr genossen. (Gesine)
Nach einer kurzen Mittagspause wollten wir eigentlich wieder in die Gruppen zurückgehen, aber das war nur teilweise möglich, weil zum Beispiel in der Gartengruppe der innere Korb für den keyhole garden noch nicht fertiggestellt worden war. Deswegen sind die Leute aus der Gruppe in andere ausgewichen oder haben Interviews für den Film gegeben, der auf der Webseite von youth reporter, dem Träger dieses Projektes und YouTube veröffentlicht werden soll.
Am Abend gab es noch ein Highlight. Zwei unserer Projektteilnehmerinnen, Anna und Emiliy, hatten innerhalb der Projektzeit hier in Marokko Geburtstag und dieser wurde nun folgendermaßen zelebriert. Bis auf die beiden glücklichen Geburtstagskinder, die natürlich im Unklaren gelassen wurden, sind alle zu dem Haus von Ismail gelaufen und haben sich dort versammelt, um die beiden mit lettischen, marokkanischen und deutschen Geburtstagsliedern in Empfang zu nehmen. Dann wurde zusammen gegessen und Tee getrunken. Es gab sogar Geburtstagskuchen mit Kerzen. Danach wurde herzlich und ausgelassen gefeiert, gespielt und gesungen.
Anschließend gab es in unserem guesthouse noch Abendessen. Beim gemütlichen Beieinander ließen wir den Abend ausklingen. (Paul)

Samstag, 07.10.2017
Wir starteten mit dem Frühstück in den Tag und trafen uns dann im Morgenkreis, wo wir wie sonst auch den Ablauf des heutigen Tages besprachen. Nach dem Morgenkreis startete die Performance Gruppe, um die einzelnen Sequenzen abzurunden und zu festigen.
Die Gartengruppe konnte endlich den lang ersehnten Korb in Empfang nehmen und damit der Fertigstellung des keyhole gardens einen großen Schritt entgegengehen.
Die Keramikgruppe hat konzentriert daran gearbeitet, die Beschriftungen der Tonschilder zu beenden, weil diese am Nachmittag gebrannt werden sollen.
Die Essensgruppe, die heute lettisch gekocht hat, servierte uns erst einen gemischten Salat mit Jogurt und als Hauptgang Kartoffelbrei mit Hähnchen. Für die Vegetarier und Veganer unter uns gab es statt Hähnchen Gemüsepfanne. Als krönenden Abschluss kredenzte uns das Kochteam in einem Ofen des Dorfes selbst gebackenen Apfelkuchen mit Zimt, Zucker und gewürztem Joghurt.
Nach einer kurzen Erholungspause ging es dann direkt weiter. Die Gartengruppe beendete ihre Arbeit an dem keyhole garden, die Filmgruppe machte die letzten Aufnahmen und die Keramikgruppe fuhr nach Asslim, um in der Werkstatt von Madani zu erleben, wie unsere Tonplatten gebrannt wurden.
Das war ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Der nach griechischem Vorbild gebaute Lehmofen wurde zuerst mit den von Madani hergestellten Tajine und unseren Tonplatten gefüllt und anschließend mit Tonscherben verschlossen. In den folgenden dreieinhalb Stunden musste der Ofen von unten mit trockenen Palmwedeln beheizt werden, bis sich eine Temperatur von circa 900 Grad eingestellt hat.
Während dieser Zeit gingen einige von uns nach Agdz, um noch verschiedene Einkäufe zu erledigen. Unsere marokkanischen Freunde unterstützen uns dabei und so erstanden wir frische Gewürze, Datteln, Mandeln und Feigen. Als wir bei eintretender Dunkelheit wieder in der Werkstatt eintrafen, war der Brennprozess fast abgeschlossen.
Bevor jedoch das Brenngut aus dem Ofen geholt werden kann, muss er über Nacht auskühlen. So lange konnten wir natürlich nicht warten, sondern fuhren bei nächtlichem Mondschein nach Timidarte zurück, um noch unser Dinner zu genießen und wie immer erschöpft, aber zufrieden mit dem Tag, schlafen zu gehen. (Paul & Maria)

Sonntag, 08.10.2017
Heute ist unser letzter Tag!
Das Ereignis, auf das wir uns heute intensiv vorbereiten, ist das Dorffest am Abend. Wir treffen uns mit den Bewohnern von Timidarte, um unter anderem einen Auftritt der Theatergruppe der Schule und Reden der verschiedenen Projektpartner zu erleben. Wir selber wollen unsere Performance präsentieren. Einige unserer Mädchen und Jungen werden in marokkanischer Kleidung auftreten und es wird bestimmt wieder viel gesungen und getanzt. Wir sind schon sehr gespannt und aufgeregt!
Bis dahin aber nutzen wir die Zeit, um gemeinsam über unsere Projektzeit zu reflektieren und uns Notizen für den youth pass aufzuschreiben, den wir dann zu Haue erarbeiten wollen. Außerdem proben wir die Performance, schälen Kartoffeln für den lunch und packen unsere Koffer, denn morgen nach dem Frühstück starten wir in Richtung Marrakesch, um am Dienstag nach Hause zu fliegen.
So ist die Stimmung in unserer Kasbah voller Aufregung und freudiger Erwartung, aber auch einer Prise Wehmut liegt in der Luft, weil unsere Zeit hier bald zu Ende ist… (Maria)